Dienstag, 10. August 2010

Lebe.

Der März:

Im Zug sitzen, irgendwohin, und nicht mehr zurück kommen. Raus aus der Stadt und weg von den Leuten und allen Banalitäten. Kein Rock'n'Roll mehr. Ausserhalb der Stadt brauchen wir keine Rebellion und keine Aufmerksamkeit, dort, wo Freunde wirklich Freunde sind, die dich dafür mögen, dass du du bist; wo es normal ist zu verzichten und ständiger Konsum kein still schreiendes Gebot; wo man nichts haben darf und trotzdem etwas wert ist. Da draussen gibt es keine Schminke und kein H&M, kein aufgesetztes Lächeln zu grellem Blitzlicht und kein V+Veltinsbier. Keine Zigaretten mit Minzgeschmack oder ferngesteuerte Badeenten, keine Campari-Mundgeruchtilger und keine verzweifelten Graffitis á la "Ich bin noch da, ihr seht mich nur nicht mehr".
Klar gibt es da draussen harte Zeiten. Da gibt es Kälte, Verdruss, schlechtes Wetter und Hilflosigkeit. Aber das ist doch ok. In der Stadt ist der optimale Zustand auch nie von Dauer. Eine Optimal-Dauerkarte gibt es nicht.
Letztendlich hängt alles von deiner Entscheidung ab, wer du sein willst und wer du nicht bist.
Die Wahrheit liegt nicht in den Nächten, in denen wir zusammen sitzen und uns betrinken, das ist alles nur ein Spiel, das Spass macht, aber niemals glücklich. Spass ist an die Momente gebunden, kurz und flüchtig, aber Glück..Glück ist anders. Es muss anders sein, und es ist nur deine eigene Angst, die dich davon abhält.

Der April:

Ich weiss, dass ich es geschafft habe und dass es richtig ist, nicht, weil mir niemand mehr widerspricht, sondern weil ich weiss, dass mir niemand mehr widersprechen kann.
Ich habe keine Angst mehr vor irgendwas, aber ich kenne meine Grenzen.
Ich weiss, dass ich nicht leben muss, aber dass ich es möchte und dass ich glücklich sterben würde, wenn ich es wollte.
Ich weiss, dass ich lieben will, auch wenn es weh tut, geradezu weil es weh tut, aber nicht mehr, damit es weh tut.
Ich weiss, dass dieses Gefühl, das ich hier eben beschreibe nicht bleiben wird, aber ich werde nie vergessen, dass es da war und das ist schon mehr, als ich bis vor kurzem noch zu wünschen gewagt hätte.

"alone in one's boat, alone with one's sorrow, alone with one's despair - which one is cowardly enough to prefer to keep rather than to submit to the pain of healing"

- not anymore!



"...And if our weakness has been to confuse the bright and bloody colors of our calendars with the true weather of days, and the parchment's territory of our maps with the land spread out before us...never mind. We've always been on our way to this new place, that is no place really, but is real..."

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